
STUTTGART. Der Molkerei-Unternehmer Theo Müller hat sich für eine schwarz-blaue Landesregierung in Baden-Württemberg ausgesprochen. „Die CDU muss sich nicht kleinmachen und Juniorpartner von Cem Özdemir werden“, sagte Müller am Montag der Welt. „Sie könnte stattdessen auch mit der AfD regieren oder sich von ihr dulden lassen“, betonte Müller.
Müller, der seit mehr als 30 Jahren Mitglied der CSU ist, forderte, dass die CDU in Baden-Württemberg „einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt“. Denn: „Die Wahl ist geheim. Wer dort am Ende wen wählt, weiß niemand.“ Im Falle einer Mehrheit für einen CDU-Kandidaten „könnte die CDU sagen, dass der Respekt vor dem Parlament irgendwelche Spekulationen verbietet“. Für den AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier fand Müller lobende Worte. Der 35jährige mache „einen sehr guten Eindruck“ und „was der sagt, hat Hand und Fuß. Ich wüsste nicht, was gegen eine CDU-geführte Landesregierung spricht, die mit der AfD von Herrn Frohnmaier zusammen regiert“, betonte der Unternehmer.
Müller bezeichnete Weidel als „Freundin“
Hintergrund ist die vergangene Landtagswahl von Baden-Württemberg, bei der die Grünen mit 30,2 Prozent knapp vor der zweitplatzierten CDU (29,7 Prozent) gewonnen hatten (JF berichtete). Die AfD konnte mit 18,8 Prozent der Stimmen das stärkste Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland einfahren. Der neu gewählte Landtag, in dem Grüne und CDU gleich viele Sitze haben werden, soll am 12. Mai erstmals tagen. Einen Tag später sollen die Parlamentarier laut dem vorläufigen Sitzungsplan den neuen Ministerpräsidenten wählen.
Müller hatte bereits 2023 seine Sympathien für die AfD bekundet. Damals berichtete die Bild-Zeitung, dass Müller die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel getroffen hatte. Im folgenden Jahr bezeichnete er Weidel als eine „Freundin“, die ihn „öfters“ in seinem Haus besuche.
Offizielle Parteilinie der Union ist es weiterhin, nicht mit der AfD kooperieren zu wollen. Doch im EU-Parlament bröckelt diese „Brandmauer“ inzwischen. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass Abgeordnete der EVP-Fraktion, zu der auch die CDU gehört, mit Mitgliedern rechter Fraktionen – zu denen auch AfD-Abgeordnete gehören – in einer WhatsApp-Gruppe miteinander kommunizieren (JF berichtete). (st)